ETF
Mit passiven Fondsstrategien selbst aktiv werden
Viel ist in den vergangenen Jahren über die Vorteile einer Geldanlage in ETF geschrieben worden. Spätestens heute hat sich diese Form der Geldanlage fest etabliert. Vor allem, weil es nur wenigen aktiv gemanagten Fonds gelingt, ihren Vergleichsindex langfristig zu übertreffen, setzen viele Anleger auf ETF, die genau das gar nicht erst versuchen. Schließlich bieten die auch als Indexfonds bezeichneten ETF einen entscheidenden Vorteil: Die Kosten einer Geldanlage sind mit ihnen in der Regel geringer als beim Kauf aktiv gemanagter Fonds.
Woran aber verdienen Anbieter von ETF und Banken dann überhaupt? Ganz so einfach ist es nicht. Denn auch bei einer Geldanlage in ETF fallen Verwaltungskosten an. Da der Anbieter eines ETF jedoch keine aufwendigen Markt-, Unternehmens- und Bonitätsanalysen betreiben muss, sondern einen Index nachbildet, kann er seinen Fonds deutlich günstiger anbieten. Einnahmen entstehen zudem über laufende Gebühren im Fonds sowie über Handelskosten wie Spreads. ETF sind damit kostengünstig, aber keineswegs kostenlos.
Auch auf "unsichtbare" Kosten achten
Mehr zu den Kosten einer Geldanlage in ETF finden Sie in den Abschnitten "Wenn kostenlos nicht kostenlos ist" und "Auch für ETF gilt: Vergleichen lohnt sich" dieses Artikels.
Sind ETF per se die besseren Fonds?
Wir halten fest: Eine Geldanlage in ETF kostet weniger als die Anlage des Vermögens in aktiv gemanagte Fonds. Schlimm, wenn das nicht der Fall wäre. Dennoch bedeutet das nicht automatisch, dass ETF in jeder Situation die bessere Wahl sind. Schließlich muss der Anleger, dessen Wahl auf Indexfonds fällt, selbst entscheiden, zu welchem Zeitpunkt welche Anlageklasse ins Depot gehört.
Die wenigsten Anleger werden auf die Idee kommen, ihr gesamtes Vermögen in einen ETF auf den DAX zu investieren (sonst könnten sie - abgesehen von Kleinstanlegern - auch gleich jeweils die 40 DAX-Werte kaufen und mit der richtigen Gewichtung der Aktien auf diese Weise den deutschen Aktienindex selbst nachbilden). Zwar umfasst dieser Index inzwischen 40 Unternehmen, dennoch wäre eine solche Anlage stark von der Entwicklung eines einzelnen Marktes abhängig. Eine ausgewogene Geldanlage geht anders.
Erfahrene Anleger kaufen meist sogar nicht nur einen Aktien-ETF, sondern streuen Ihre Geldanlage im Depot mit dem Kauf unterschiedlichster ETF über verschiedene Anlageklassen, Branchen und (regionale) Märkte. Ob Aktien, Zinsen oder Rohstoffe: Für alle diese Anlagesegmente lässt sich ein ETF finden. Anleger, die Profi genug sind, Marktentwicklungen zu analysieren und einzuschätzen, können sich daher mit ETF ein ganz individuelles und im besten Fall doch risikooptimiertes Depot zusammenstellen. Gleichzeitig bleibt der Aufwand dafür beim Anleger selbst, was ein wesentlicher Unterschied zu aktiv gemanagten Fonds ist.
Eigeninitiative gefragt
Bleibt die Frage, warum ETF trotz ihrer Vorteile nicht für jeden Anleger die ideale Lösung darstellen. ETF sind keine Heilsbringer und daher auch nicht per se die bessere Geldanlage. Für Anleger, die ihr Depot aktiv selbst gestalten oder gezielt bestimmte Marktsegmente abbilden möchten, stellen sie eine kostengünstige Möglichkeit dar.
Sollen die ETF im Depot nicht wahllos "zusammengewürfelt" werden, braucht es einiges an Zeit, um sich entweder selbst immer wieder mit allen relevanten Marktinformationen zu versorgen oder regelmäßig ausführlich von einem Experten beraten zu lassen, ob Anpassungen im Depot notwendig sind und welche ETF sich am besten eignen, um eine bestimmte Anlagestrategie zu verfolgen. Für Anleger, die diesen Aufwand nicht leisten möchten, können andere Anlageformen oder standardisierte Lösungen eine geeignete Alternative darstellen.
Kostenvorteil bleibt entscheidend
Der wichtigste Vorteil einer Geldanlage in ETF gegenüber klassischen Fonds bleibt damit der Kostenvorteil: Im Gegensatz zu klassischen Fonds fällt bei der Geldanlage in ETF generell kein Ausgabeaufschlag an. Dennoch gibt es auch beim Kauf von ETF große Unterschiede. Je nachdem, für welche Bank sich Anleger beim Kauf eines Exchange Traded Fund entscheiden, variieren die Kosten zwischen 0,25% und 1,00% des Anlagebetrags. Beim Kauf von ETF über die Hausbank vor Ort können so für eine Order über 20.000 EUR schnell Kosten in Höhe von 200,00 EUR anfallen. Zusätzlich werden die Ordergebühren nicht nur bei der Anlage, sondern auch noch einmal beim Verkauf der Wertpapiere berechnet.
Wenn kostenlos nicht kostenlos ist
Als ein Exchange Traded Fund erstmals für die Geldanlage zur Verfügung stand, stimmte die wörtliche Übersetzung noch: Exchange Traded Funds, oder kurz auch ETF sind Fonds, die an der Börse gehandelt werden. Seit einigen Jahren ist dies jedoch nicht mehr das herausragende Alleinstellungsmerkmal von ETF. Neben dem klassischen Börsenhandel hat sich inzwischen auch der außerbörsliche Direkthandel etabliert. Auf den ersten Blick wirken viele Angebote besonders günstig, da keine Ordergebühren anfallen. Allerdings werden die Kosten in solchen Fällen häufig über den Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, abgebildet.
Je nach Anbieter kann dieser Unterschied größer ausfallen als die eingesparte Ordergebühr. Ein genauer Blick auf die tatsächlichen Handelskosten bleibt daher unerlässlich.
Spread statt Ordergebühr
Kleiner Nebeneffekt vieler solcher "kostenlosen" Angebote: Beim Kauf von ETF zahlen Anleger zwar keine Ordergebühr, stattdessen einen bankindividuellen Spread, d.h. eine Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Denn den gibt es auch bei ETF. Im außerbörslichen Handel lässt sich für Banken und Broker an der im Vergleich zum Handel an der Börse größeren Differenz zwischen Geld- und Briefkurs mehr verdienen. Je nachdem, wie groß diese Differenz bei der jeweiligen Bank ausfällt, für die sich ein Anleger mit seinem Depot entschieden hat, sind die Kosten der Geldanlage ganz unbemerkt sogar höher als die auf Grund der Ausführung im Direkthandel eingesparte Ordergebühr. Wir meinen: Ehrliches Banking sieht anders aus.
Unser Tipp
Wenn Sie sich für die Anlage Ihres Vermögens in ETF entscheiden, sollten Sie darauf achten, unter transparenten Bedingungen zu handeln. Ob über die Börse oder im Direkthandel ist dabei weniger entscheidend als faire Preise, geringe Spreads und eine breite Auswahl an handelbaren ETF.
Mit einem Depot bei der MERKUR PRIVATBANK müssen Anleger nicht nach dem Kleingedruckten suchen. Sie kaufen und verkaufen alle zum Handel an einer deutschen Börse zugelassenen ETF immer zum günstigen Festpreis. Auf diese Weise steigen die Kosten Ihrer Geldanlage auf keinen Fall mehr mit der Höhe des Betrags, für den sie ETF kaufen oder verkaufen.

Beste Depots
Wer die Wahl hat, sollte nicht die Qual haben. Gut wenn man sich dann auf neutrale und unabhängige Stellen verlassen kann. Ausgezeichnet mit dem Prädikat "BESTE DEPOTS" überzeugte die MERKUR PRIVATBANK im Handelsblatt-Ranking mit der Note SEHR GUT.
Auch für ETF gilt: Vergleichen lohnt sich
Auch nach dem Kauf eines ETF fallen für Anleger Kosten an. Ganz vermeiden lassen sich - mit der Entscheidung für ein kostenloses Depot - davon nur die Depotgebühren. Verwaltungskosten fallen auch bei der Geldanlage in ETF an. Wie bei einem klassischen Fonds werden sie nicht einmal jährlich vom Konto des Anlegers abgebucht, sondern unmittelbar aus dem Fondsvermögen bezahlt. Genaues Hinschauen lohnt sich daher auch bei der Auswahl eines ETF: denn es gibt durchaus auch Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Das ist einer der Gründe, warum beispielsweise zwei ETF auf den DAX nicht die gleiche Wertentwicklung aufweisen müssen, obwohl ja beide den Index abbilden (wollen).
Bei der Wahl der Depotbank auf das ETF-Angebot achten
Um das eigene Depot mit der Entscheidung für eine Geldanlage in Exchange Traded Funds auf möglichst breite Füße zu stellen, sollten Anleger bei der Wahl ihrer Bank oder ihres Brokers darauf achten, dass eine große Auswahl an ETF verfügbar ist und keine unnötigen Einschränkungen bestehen. Neben den Kosten spielen auch Faktoren wie Handelsmöglichkeiten, Sparpläne und Benutzerfreundlichkeit eine Rolle.
Mit einem Wertpapierdepot bei der MERKUR PRIVATBANK finden Anleger nicht nur eine unbegrenzte Auswahl aller in Deutschland handelbaren ETF. Wenn Sie ETF online kaufen oder verkaufen, berechnen wir unabhängig von der Höhe des Anlagebetrags immer nur 25 €.
Alle ETF. Ein Preis.
Ob Sie sich für einen ETF vom Marktführer ishares oder lieber ETF eines anderen Anbieters kaufen, spielt mit einem Depot bei der MERKUR PRIVATBANK im Hinblick auf die Kosten Ihrer Geldanlage ebenso wenig eine Rolle, wie die Höhe des Anlagebetrags. Weil wir als unabhängiges Bankhaus weder von einer Beschränkung der Auswahl für Ihre Geldanlage, noch von Fußnoten und Kleingedrucktem viel halten, kaufen Sie mit Ihrem Depot bei uns jeden ETF online und in der Filiale zum günstigen Festpreis.
Synthetische oder Physisch replizierende ETF
Neben der Vielfalt der ETF-Anbieter, auf die Anleger mittlerweile zurückgreifen können und der nachgebildeten Indices unterscheiden sich ETF zudem in der Art, wie sie einen Index abbilden oder anders: Sie unterscheiden sich zudem darin, welche Wertpapiere der ETF tatsächlich kauft. Diese wichtige Besonderheit einer Geldanlage in ETF ist vielen Anlegern (und wahrscheinlich auch dem ein oder anderen Bankberater) erst im Zuge der Finanzkrise bewusst geworden. Zwar sind ETF grundsätzlich Fonds, also Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft, die im Falle einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft nicht Teil der Konkursmasse werden. Das ist ein wesentlicher Vorteil von ETF gegenüber Zertifikaten.
Jedoch bilden einige ETF den Index, an dem sie sich orientieren nicht durch den Kauf der Aktien, Schuldverschreibungen oder Rohstoffe, auf deren Basis der entsprechende Index berechnet wird, ab. ETF können einen Index stattdessen auch künstlich nachbilden. In diesem Fall könenn sie Wertpapiere beinhalten, die nur wenig, möglicherweise aber auch gar keinen Bezug zu dem Index haben, den sich ein Anleger eigentlich ins Depot holen wollte. Was nach Etikkettenschwindel oder gar einer bösartigen Vertuschungsstrategie des Fondsmanagements klingt, um Anlegern die "falschen" Wertpapiere unterzujubeln, kann einen ganz praktischen Hintergrund haben. Zumindest wenn Ziel der Geldanlage eine Investition in marktenge oder sogar nicht handelbare Wertpapiere, Währungen oder auch Rohstoffe ist, ist es praktisch unmöglich, eine andere Konstruktion zu wählen. Oder können Sie sich vorstellen, wo ein ETF-Anbieter Öl oder Gold für Milliardebeträge sicher physisch verwahren sollte?
Bei ETF auf marktgängige Indices die physisch replizierende Variante bevorzugen
Anleger, die in breit etablierte Indizes investieren möchten, greifen häufig auf physisch replizierende ETF zurück. In bestimmten Fällen kann jedoch auch eine synthetische Nachbildung sinnvoll sein, etwa wenn der zugrunde liegende Markt schwer direkt investierbar ist.
Sicher Geld anlegen Mit ETF?
Im Vergleich zur Anlage in einzelne Wertpapiere können ETF helfen, das Risiko durch breite Streuung zu reduzieren. Voraussetzung ist, dass der zugrunde liegende Index ausreichend diversifiziert ist, etwa bei globalen Aktienindizes wie dem MSCI World.
Keine sichere Geldanlage
Eine Geldanlage in ETF unterliegt wie jede Wertpapieranlage Kursschwankungen. Für Anleger, die Wertverluste grundsätzlich ausschließen möchten, ist der Kauf von ETF daher nicht geeignet. ETF bieten Chancen auf langfristigen Vermögensaufbau, sind jedoch immer mit Risiken verbunden.
Rechtlicher Hinweis
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