Information über den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und den wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren für Finanzprodukte gemäß Offenlegungsverordnung

Stand: 01.11.2023

I. Unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Die MERKUR PRIVATBANK KGaA hat sich das Ziel gesetzt, den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft aktiv mitzugestalten. Wir wollen als Bank unseren Beitrag zur Erreichung der UN-Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsziele leisten und erkennen unsere Verantwortung gegenüber unseren Kunden/-innen und der Gesellschaft an.

Wir bekennen uns daher zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – „SDGs") der Vereinten Nationen und des Pariser Klimaschutzabkommens.

Diese Strategien legen wir im Folgenden offen, um hiermit die Anforderungen der Verordnung über nachhaltigkeitsbezogene Offenlegungspflichten im Finanzsektor (Verordnung EU 2019/2088 – kurz „Offenlegungsverordnung") zu erfüllen.

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich ausschließlich auf eine Anlage- bzw. Versicherungsberatung in Finanzprodukten, wie sie in der Offenlegungsverordnung definiert werden. Dazu zählen insbesondere Aktien, Anleihen, Zertifikate, Fondsprodukte und Versicherungsanlageprodukte.

II. Unsere Strategie zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken

In unserem für die Anlage- und Versicherungsberatung genutzten Investitionsprozess werden Nachhaltigkeitsrisiken aktuell nicht getrennt betrachtet und bewertet. Sie sind jedoch Bestandteil bereits bekannter und berücksichtigter Risikoarten wie beispielsweise Marktrisiko, Liquiditätsrisiko, Kontrahentenrisiko und operationelles Risiko und können die Wesentlichkeit dieser Risiken beeinflussen. Der Anteil der Nachhaltigkeitsrisiken am Gesamtrisiko ist derzeit auf Grund der in den meisten Fällen fehlenden validen Datengrundlage nicht exakt quantifizierbar.

Nachhaltigkeitsrisiken umschreiben Ereignisse oder Bedingungen aus den Bereichen Umwelt, Soziales oder Unternehmensführung (häufig auch als „ESG-Risiken" bezeichnet, entsprechend den englischsprachigen Bezeichnungen Environmental, Social, Governance), deren Eintreten tatsächlich oder potenziell wesentliche negative Auswirkungen auf den Wert einer Geldanlage haben könnte.

Im Rahmen der oben beschriebenen übergreifenden Betrachtung beziehen wir Nachhaltigkeitsrisiken bei unseren Investitionsentscheidungsprozessen im Rahmen der Anlage- und Versicherungsberatung auf verschiedene Weise ein.

 

1. Produktauswahl

Einen zentralen Aspekt der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken durch uns bildet die der jeweiligen Beratungstätigkeit im Anlageberatungsprozess vorgelagerte Produktauswahl. Im Rahmen eines etablierten Produktauswahlprozesses wird unter Berücksichtigung konkreter Produkteigenschaften entschieden, welche Finanzprodukte in unser Beratungsuniversum aufgenommen werden. Die potenziell im Produkt enthaltenen Nachhaltigkeitsrisiken werden im Rahmen des Produktauswahlprozesses analysiert. Hierzu greift die MERKUR PRIVATBANK KGaA im Wesentlichen auf die Angaben der Kapitalanlagegesellschaften und Emittenten zurück, bezieht jedoch auch unabhängige Bewertungskennzahlen Dritter, zum Beispiel der DZ BANK, mit ein. Ziel ist es, vorhandene Chancen und Risiken gegenüber Anlageberater/-innen und Kunden/-innen transparent zu machen und so eine fundierte Anlageentscheidung im Rahmen des Anlageberatungsprozesses zu ermöglichen. Werden bei der Produktauswahl besonders relevante Nachhaltigkeitsrisiken festgestellt werden diese bei der Produktanlage als Grundlage für die Anlageberatung dokumentiert.

2. Schulungs- und Weiterbildungskonzept

Für die MitarbeiterInnen wurde ein umfassendes Schulungs- und Weiterbildungskonzept entwickelt. Dieses umfasst regelmäßige Schulungen und Weiterbildungsangebote. Dadurch werden unsere MitarbeiterInnen befähigt, das bestehende Anlageuniversum sowie die jeweiligen Anlagestrategien und -produkte zu verstehen und umfassend beurteilen zu können, welche Nachhaltigkeitsrisiken jeweils damit verbunden sind. Dem Nachhaltigkeitsgedanken folgend, wurde die Möglichkeit der Nutzung digitaler Kanäle in das Schulungskonzept integriert, um so Fahrwege und die damit verbundenen Emissionen zu verringern.

3. Kooperation mit Produktlieferanten

Im Rahmen des vorgelagerten Produktauswahlprozesses für Finanzanlagen, die in der Anlage- und Versicherungsberatung genutzt werden, findet eine enge Kooperation mit den jeweiligen Produktlieferanten statt. Die Produktlieferanten, von denen die MERKUR PRIVATBANK KGaA Finanzprodukte bezieht, berücksichtigen ihrerseits Nachhaltigkeitsrisiken im Rahmen ihrer Investitionsentscheidungsprozesse und machen diese durch Kennzeichnungen der Produkte transparent. Relevante Nachhaltigkeitsrisiken werden dann bei der Risikoklassifizierung der Investitionen berücksichtigt. So können Nachhaltigkeitsrisiken eine Erhöhung des Markt- und Kontrahentenrisiko bedingen und damit eine Erhöhung der Risikoklasse erforderlich machen.

4. Anwendung von Ausschlusskriterien

Im Rahmen des vorgelagerten Produktauswahlprozesses werden derzeit keine grundsätzlichen Ausschlusskriterien für Finanzanlagen berücksichtigt. Jedoch können Kunden/-innen im Rahmen der Anlageberatung die Vorgabe machen, dass ausschließlich ESG-konforme Anlagen empfohlen werden.

Diese werden dann auf Basis unserer Hausmeinung und anhand der vom Emittenten gelieferten ESG-Daten durch unsere Anlageberater/-innen ausgewählt. Es werden dabei Kunden/-innen nur Produktvorschläge unterbreitet, die den individuellen Vorgaben zur Nachhaltigkeitspräferenz entsprechen.

Dabei werden Ausschlusskriterien und Vorgaben zum mindestens zu erreichendem Anteil nachhaltiger Investments berücksichtigt. Sofern keine Finanzinstrumente mit den gemachten Vorgaben übereinstimmen, werden nach Rücksprache Alternativvorschläge unterbreitet, die sich möglichst nah an den gemachten Vorgaben orientieren.

5. Bewertung der zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite

So können durch den Eintritt entstehende Reputationsschäden, aber auch Umsatzrückgänge und fällige Schadensersatzzahlungen zu einem vorübergehenden oder dauerhaften Wertverlust für AnlegerInnen führen. Die Bewertung entsprechender Risiken erfolgt im oben genannten Produktgenehmigungsverfahren sowie in der Bewertung von Unternehmen durch unserer Research-Partner, zum Beispiel der DZ BANK, und drückt sich gegebenenfalls im Ergebnis in der Erhöhung der für die Beurteilung des Gesamtrisikos der Anlage relevanten Risikoklasse oder der Herabstufung der Anlageempfehlung aus.

Die Produktlieferanten der MERKUR PRIVATBANK KGaA bewerten ihrerseits die zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite des Finanzprodukts in unterschiedlichem Maße im Rahmen ihres Investmententscheidungsprozesses.

6. Überwachung der organisatorischen Vorkehrungen

Die Einhaltung dieser organisatorischen Vorkehrungen wird von unabhängigen Stellen unseres Hauses (Compliance und Interne Revision) sowie unserer externen Revision regelmäßig bzw. anlassbezogen überwacht bzw. überprüft.

So ist sichergestellt, dass Nachhaltigkeitsrisiken bei Investitionsentscheidungsprozessen im Rahmen der Anlageberatung berücksichtigt werden.

III. Berücksichtigung in der Vergütungspolitik

Unsere Unternehmenswerte prägen die Identität und Nachhaltigkeit der Bank. Sie dienen der Geschäftsführung und allen Mitarbeitenden als Entscheidungsgrundlage, Handlungsorientierung und Verhaltensmaßstab. Unsere Werte bilden den Rahmen für eine ethisch einwandfreie Unternehmensführung und angemessene Risikokultur. Die Vergütungspolitik fördert und belohnt die Orientierung an unseren Werten und bildet diese ab. Mit diesem Instrument sollen die Unternehmensziele strategisch erreicht und gesteuert werden. In unserem Vergütungssystem überwiegen die fixen Vergütungsbestandteile, die für Stabilität und Kontinuität stehen, bei den variablen Vergütungsbestandteilen spiegeln sich unsere Werte wider. Für die Mitarbeitenden der MERKUR PRIVATBANK KGaA werden keine Anreize gesetzt, Nachhaltigkeitsrisiken zu ignorieren, Produkte ohne Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsauswirkungen nahezulegen oder unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen.

IV. Weitere Informationen

Unsere Erklärung über die Berücksichtigung der wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren können Sie über den folgenden Link abrufen.

Download [PDF]

Änderungen über den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und den wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren für Finanzprodukt zum 01.11.2023

Mit der Aktualisierung über den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken und den wichtigsten nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren für Finanzprodukt haben wir folgende Änderungen vorgenommen:

Änderungen in Punkt 2 „Unsere Strategie zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken"

ÄnderungDer bisher unter Punkt 3 dokumentierte Umgang mit den wichtigsten nachteiligen Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken wurde in Punkt 2 integriert.
BeschreibungWir stellen darin klar, dass in unserem Investitionsprozess aktuell Nachhaltigkeitsrisiken nicht in jedem Fall einzeln berücksichtigt werden. Auf Grund der aktuell nicht ausreichend verfügbarer Daten seitens von Unternehmen, Emittenten und Kapitalanlagegesellschaften (Fondsgesellschaften) ist eine explizite Darstellung und Ermittlung der exakten Höhe der Nachhaltigkeitsrisiken am Gesamtrisiko eines Finanzproduktes nicht möglich. Jedoch spiegeln sich die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken in den für die Ermittlung der Risikoeinstufung einer Finanzanlage relevanten Faktoren, insbesondere dem quantifizierbaren Kursrisiko, dem allgemeinem Marktrisiko, dem Liquiditätsrisiko und dem Emittenten- und Kontrahentenrisiko wider. Erhöhte Nachhaltigkeitsrisiken führen zu einem erhöhten Gesamtrisiko der Finanzanlage und damit zu einer höheren Risikoeinstufung der Anlage.

 

Änderungen in Unterpunkt 6 „Bewertung der zu erwartenden Auswirkungen von Nachhaltigkeitsrisiken auf die Rendite"

ÄnderungPräzisierung zur Verwendung von Research-Material
BeschreibungWir stellen klar, dass die von unserem Research-Partner DZ Bank gelieferten Informationen zu Nachhaltigkeitsrisiken sich insofern auf Anlageempfehlungen auswirken können, dass sich die Risikoeinstufung der Finanzanlage ändern kann. Der Eintritt eines Nachhaltigkeitsrisikos führt dabei in der Regel zu einer erhöhten Volatilität des Kurses und damit zu einem Anstieg des Risikos und der Risikoeinstufung. Durch das erhöhte Risiko kann es in der Folge zu einer geänderten Einschätzung der Geeignetheit der Finanzanlage im Hinblick auf die vom Kunden gemachten Anlageziele kommen und die Finanzanlage als ungeeignet bewertet werden.

 

Änderungen in Punkt III „Berücksichtigung in der Vergütungspolitik"

ÄnderungNeufassung im Hinblick auf die Einbindung von Nachhaltigkeitsrisiken in die Vergütungspolitik der MERKUR PRIVATBANK
BeschreibungWir stellen klar, dass die Vergütungsmodelle der MERKUR PRIVATBANK keine Anreize setzen, Nachhaltigkeitsrisiken in der Anlageberatung zu ignorieren oder grundsätzlich übermäßig hohe Risiken einzugehen. Ein den Unternehmenswerten der MERKUR PRIVATBANK entsprechender Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken wird dagegen über die – im Verhältnis zu den fixen Gehaltsbestandteilen geringen – variablen Gehaltszahlungen honoriert.

 

Änderungen in Unterpunkt 8 „Überwachung der organisatorischen Vorkehrungen"

ÄnderungKontrolle der Prozesse durch Compliance und Revision
BeschreibungWir stellen klar, dass alle internen Prozesse, insbesondere der Prozess zur Genehmigung von Produkten, die im Rahmen der Finanzportfolioverwaltung eingesetzt werden können, durch unsere internen Kontrollinstanzen Compliance und Revision laufend überwacht werden.

 

Änderungen in Punkt III „Berücksichtigung in der Vergütungspolitik"

ÄnderungNeufassung im Hinblick auf die Einbindung von Nachhaltigkeitsrisiken in die Vergütungspolitik der MERKUR PRIVATBANK
BeschreibungWir stellen klar, dass die Vergütungsmodelle der MERKUR PRIVATBANK keine Anreize setzen, Nachhaltigkeitsrisiken in der Finanzportfolioverwaltung zu ignorieren oder grundsätzlich übermäßig hohe Risiken einzugehen. Ein den Unternehmenswerten der MERKUR PRIVATBANK entsprechender Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken wird dagegen über die – im Verhältnis zu den vereinbarten fixen Gehaltsbestandteilen geringen – variablen Gehaltszahlungen honoriert.

 

 

 

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