Trailing Stop

Stop-Limit + automatische Anpassung = Trailing Stop

Einfach ausgedrückt: Bei einem Trailing Stop handelt es sich um eine Stop-Order mit automatischer Anpassung des Stop-Limits beim Handel von Wertpapieren über XETRA, Quotrix, Tradegate und an den Börsen München, Frankfurt, und Stuttgart. Mit dem Orderzusatz "Trailing-Stop" nutzen Anleger folglich eine bequeme Erweiterung der klassischen Stop-Order.

 

Diese Grafik veranschaulicht die Funktionsweise eines Trailing-Stop

Verluste vermeiden,
ohne auf weitere Gewinne verzichten zu müssen

In der Praxis dient ein Trailing-Stop überwiegend dazu, eine Wertpapierposition im Depot des Anlegers gegen fallende Kurse abzusichern, das "Sicherungsniveau" bei weiter steigenden Kursen aber automatisch anzuheben. Zu diesem Zweck entscheidet sich der Anleger, statt einer "normalen" Stop-Loss-Order, eine Trailing-Stop-Loss-Order zu erfassen. Der zu verwendende Orderzusatz heißt bei dieser Ordervariante nicht mehr "Stop-Loss", sondern "Aktivierungslimit".

Zusätzlich zum Aktivierungslimit ist bei der Ordererfassung ein "Trailing-Abstand" anzugeben. Die Angabe kann wahlweise als Euro-Betrag oder prozentual erfolgen.

Dieser Trailing-Abstand sorgt dafür, dass das angegebene Aktivierungslimit in Abhängigkeit zum festgestellten Börsenkurs fortlaufend automatisch angepasst wird.

 

Die Grafik erklärt die Begriffe Aktivierungslimit und Trailing-Abstand

Praxis-Beispiel

Klassisches Stop-Loss vs Trailing Stop

Ein Anleger hat eine Aktie für 50,00 EUR gekauft. Aktuell notiert der Kurs der Aktie bei 68,00 EUR. Der Anleger hat somit ("auf dem Papier") einen Kursgewinn in Höhe von 18,00 EUR. Er ist unsicher über den weiteren Kursverlauf der Aktie. Prinzipiell rechnet er mit weiter steigenden Kursen. Daher entscheidet er sich, die Aktie noch nicht zu verkaufen. Gleichzeitig möchte er jedoch "auf Nummer sicher" gehen, dass sein bisher "nur auf dem Papier" bestehender Gewinn sich im Fall eines unvorhergesehenen Kurseinbruchs nicht komplett in Luft auflöst.

Um dies zu erreichen kann er entweder eine klassische Stop-Loss-Order oder - besser - ein Trailing Stop erfassen. Entscheidet er sich für die klassische Variante mit einem Stop-Loss bei 60,00 EUR, wird die Order zum nächsten auf das Erreichen oder Unterschreiten dieser Marke folgenden Börsenkurs ausgeführt. Ist die Aktie vor Erreichen des Stop-Loss-Werts zwischenzeitlich noch einmal (deutlich) gestiegen: für das Anlageergebnis spielt das in diesem Fall leider keine Rolle.

Um den zusätzlichen Gewinn abzusichern, hätte der Anleger das Stop-Loss-Limit bei steigenden Kursen manuell nach oben anpassen müssen. Anders mit einem Trailing-Stop: Bei Erfassung eines Aktivierungslimit (entspricht dem Stop-Limit einer klassischen Stop-Loss-Order) von 60,00 EUR und einem Trailing-Abstand von 8,00 EUR, wäre das Aktivierungslimit bei einem von 68,00 EUR auf 80,00 EUR steigenden Kurs der Aktie automatisch auf 72,00 EUR angepasst worden. Im Ergebnis wird die Trailing-Stop-Order nicht erst ausgeführt, wenn der Aktienkurs wieder auf 60,00 EUR oder darunter gefallen ist, sondern bereits zum nächsten auf das Erreichen oder Unterschreiten der Marke von 72,00 EUR folgenden Kurses. Im Vergleich zur klassischen Stop-Loss-Order hat der Anleger in der Folge einen höheren Gewinn realisiert.

Vorsicht!

Trailing Abstand bezieht sich nicht auf das Aktivierungslimit

So praktisch und komfortabel es auch ist: Das Aktivierungslimit führt nicht selten zu Irritationen bei einer Trailing Stop Order. Deshalb ist es wichtig, zu beachten, dass sich der bei der Ordererfassung anzugebende Trailing-Abstand nicht auf das Aktivierungslimit, sondern immer den Kurs des Wertpapiers zum Zeitpunkt der Erfassung der Trailing Stop Order bezieht!

Auch hierzu ein Beispiel: Ein Anleger erfasst eine Verkaufsorder für eine Aktie, deren aktueller Kurs bei 50,00 EUR steht mit einem Trailing Abstand von 5% und einem Aktivierungslimit von 40,00 EUR. Als der Verkauf zu einem Kurs von 47,20 EUR ausgeführt wird, ist er irritiert. Er meint, die Order hätte gar nicht ausgeführt werden dürfen, da die Aktie nie auf oder sogar unter das Aktivierungslimit von 40,00 EUR  gefallen ist.

Warum aber wurde die Order dann ausgeführt? Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Weil sich der Trailing-Abstand von 5% eben nicht auf das Aktivierungslimit, sondern den Kurs bei Erfassung der Order bezieht, wird das Aktivierungslimit sofort auf 47,50 EUR angehoben (2,50 EUR entsprechen 5% von 50,00 EUR). In der Folge wird die Trailing Stop-Order bereits aktiviert, wenn der Aktienkurs auf oder unter 47,50 fällt und bereits zum nächsten Kurs ausgeführt (im Beispiel 47,20 EUR).

Trailing Stop und alle anderen Limitarten ohne Limitgebühren

Gut zu wissen: Mit einem Wertpapierdepot bei der MERKUR PRIVATBANK fallen weder für die Erfassung, Änderung oder Löschung eines Limits Kosten für Anleger an. Selbstverständlich ist auch das Depot selbst kostenlos.

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